Geht mehr raus
Der Frühling steht an.
Sonne draußen und erstmals über 17 Grad. Perfekter Zeitpunkt sich das Fahrrad zu schnappen und seinen faulen Arsch nach draußen zu bewegen und zum Verkehrshindernis werden.
Ne mal im Ernst, Fahrrad fahren ist wirklich vorteilhaft. Nicht nur die Frischluft und der sportliche Aspekt machen das Fahren sinnvoll, nein, es hat auch psychische Vorteile.
Ja dann Airpods rein und zur Arbeit und zurück oder?
Ja (teilweise) aber um meiner Meinung nach das “volle Potential” des Fahrradfahrens zu erreichen, reicht eben nicht die Pendelroute. Also versteht mich nicht falsch, der sportliche Aspekt ist damit abgedeckt und die Frischluft bestimmt auch aber eben nicht alles, was vollumfänglich das Fahrradfahren ausmacht.
Folgendes benötigt es, um ein vollständiges Erlebnis mit allen Vorteilen zu bekommen:
- Keine Musik: Für viele wahrscheinlich ungewohnt, aber wichtig fürs abschalten
- Neue Routen wählen, Abwechslung schaffen
- wenn keiner mitwill, fahrt alleine
Freie Gedanken
Unser Alltag ist geprägt von doomscrolling, Bildschirmen und never ending stress. Auszeit.
Der Punkt mit den Kopfhörern soll einen nicht vom Genuss ablenken, nein, der Sinn steckt vielmehr darin, sich bewusst nur auf die Situation zu fokussieren.
Wer nicht jegliche Ablenkung beiseite legt, KANN sich erst gar nicht richtig immersen.
Was all das vermutlich als Auslöser hat, ist die regelrechte Angst vor Langeweile. Wir haben keine Minute, wo unser Kopf und Geist mal seine eigene Zeit bekommt. Diese Angst, man könnte gerade so ein eigenen Gedanken formen zwischen all den Ablenkungen die wir tagtäglich haben, schränkt auf Dauer ein.
Lasst die Kopfhörer weg und euren Gedanken Freiheit.
Wait wo sind wir hier
Wer in einer Großstadt wohnt und sich nicht auskennt, hat entweder keine zeit, ist zugezogen oder einfach zu wenig draußen.
Vielleicht etwas provokant formuliert, ja, aber mal im Ernst, Orientierung, die über den Vorgarten heraus geht, kommt nunmal nicht von alleine.
Kennt ihr den Moment, wo es klick macht und man auf einmal zwei Orte im Kopf verknüpft?
Um mich auf meinen oben genannten 2. Punkt zu beziehen: Orientierungslosigkeit ist nicht gleich schlecht, es zeigt einem perfekt, wo man zwei (oder mehr) Orte eben noch nicht verknüpft hat.
Die Route nehmen, die man sonst vernachlässigt hätte, hat mir schon einige Aha-Momente verschafft. Nehmt auch einfach mal eine Route, die ihr nicht kennt bzw. niemals genommen hättet und guckt einfach mal wo ihr nach der 2. 6. 12. Iteration seid, vielleicht verbinden sich dabei ja zwei Orte miteinander.
Alleine???
Wer schonmal mit anderen irgendwo planlos hingefahren ist, weiß, dass dabei immer lustige Dinge passieren oder man einfach gute Gespräche führen kann.
Die Kunst liegt jedoch darin, auch Momente der “Einsamkeit” zu schätzen.
Gerade ich als Einzelkind kann ein Lied davon singen wie es ist, allein etwas machen zu müssen, da man keinen hat, der auf Abruf direkt da ist.
Alleine neue Ecken der Home Stadt zu erkunden hat aber eben den Vorteil, wie bereits im Abschnitt hiervor betont, dass man alleine mit seinen Gedanken ist, was man mit Begleitpersonen definitiv nicht in einer solchen Tiefe wäre.
